Unter Berücksichtigung der Ausgangslage hatten sich Auftraggeberin und Gemeinde dazu entschieden einen digitalen Studienauftrag nach SIA-Ordnung 143 zur Qualitätssicherung durchzuführen. Als Ergebnis des Studienauftrages resultieren fünf Projektstudien der teilnehmenden Architekturbüros mit einem digitalen Modell. Das Beurteilungsgremium hat einstimmig den Projektvorschlag von Sollberger Bögli Architekten, Hänggi Basler Landschaftsarchitekten und WAM Planer und Ingenieure zur Weiterbearbeitung empfohlen. Der Projektvorschlag überzeugte vor allem in den Schlüsselkriterien «städtebauliches Konzept», «Ortsbildverträglichkeit», «Architektur» und «Freiraumqualitäten».

Das Beurteilungsgremium bestand aus unabhängigen Fachmitgliedern der Fachgebiete Architektur, Landschaftsarchitektur sowie Denkmalpflege und wurde unterstützt durch Expertinnen aus den Bereichen Mobilität / Verkehr und Sozialraumplanung. Im Sachgremium waren je zwei Vertretungen der Gemeinde Wohlen sowie die Grundstückseigentümer vertreten. Zusätzlich wurden Vertretungen aus der Bevölkerung in das Beurteilungsgremium integriert. So war jeweils eine Person aus dem Chappele-Leist, dem Seniorenrat Wohlen sowie der IG Dorfstrasse bei der Zwischen- und Schlussbesprechung aktiv an den Diskussionen beteiligt.

Die zusammengefasste Würdigung zum Projekt von Sollberger Bögli:

Acht Wohnhäuser mit drei unterschiedlichen Gebäudetypologien bespielen das Areal und formieren sich locker zu vier in Nord-Südrichtung gruppierten Gebäudezeilen. Ein feines Wegsystem mit vereinzelten Platzbildungen durchzieht die Anlage, erschliesst alle Häuser und verbindet sich mit dem bestehenden Wegnetz. Prägendes Merkmal des Vorschlages ist sein rücksichtsvolles Auftreten zum Dorf. Die empfindlichen Ränder werden zwei- bis dreigeschossig bebaut, höhere Gebäude werden nur punktuell vorgeschlagen und sind in der Volumetrie geschickt gestaffelt. Mit den heterogenen Gebäudehöhen verbunden ist auch der zusätzliche Nutzen durch Dachgärten. Gegen aussen feinmassstäblich zu reagieren und gegen innen sowohl räumlich wie im Erlebnis zu verdichten wird als ausserordentlich vielversprechende Strategie beurteilt.

Der sich durch das gesamte Projekt durchziehende Grünraum betont den Leitgedanken des Weiterbauens auch auf der Ebene des Aussenraumes. Zudem sind die Gebäude mit ihren teils abgestuften Höhenlagen fein auf die leichte Bewegung des Terrains abgestimmt und integrieren sich bestens, ohne dass grössere Erdverschiebungen notwendig werden. Die leicht aufgefächerten Gebäudereihen verzahnen sich mit der Umgebung und spielen im Süden den notwendigen Raum frei für einen gestaffelten, weichen Übergang zum Wald. Hier sind folgerichtig und naturnah die dem ganzen Quartier dienenden Spielflächen und Gemeinschaftsgärten angeordnet.

Der Schlussbericht kann hier eingesehen werden.